Careum Forschung

Angehörige unterstützen – ein Balanceakt

Zu Hause eine nahestehende Person pflegen und betreuen: eine Rolle, die von Menschen jeden Alters übernommen wird. Hier legte Careum Forschung 2018 den Schwerpunkt: Welche Herausforderungen bringt die Pflege von Angehörigen durch Angehörige verschiedenen Alters mit sich?

Manchmal übernehmen bereits Kinder und Jugendliche zu Hause Pflege- und Betreuungs­aufgaben. Erwachsene kommen derweil vielfach in Pflegesituationen, wenn sie beruflich aktiv und gefordert sind – dann, wenn Eltern alt oder Familienangehörige krank werden. Und manchmal sind pflegende Angehörige bereits im Pensionsalter, wenn sie sich um Lebenspartner oder pflegebedürftige Nächste kümmern. Pflege über die ganze Lebensspanne hinweg – diese Breite zeigt sich auch in den drei Forschungsprogrammen von Careum Forschung.

 

«Young Carers»: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

2018 lieferte Careum Forschung erstmals repräsentative Zahlen für die Schweiz: Eine landesweit durchgeführte Umfrage an 230 Schulen ergab, dass fast 8 Prozent der 10- bis 15-Jährigen in der Schweiz eine Pflege- und Betreuungsrolle innehaben. Neue Folgeprojekte (wie z. B. das nationale Projekt «Pflegende Jugendliche und junge Erwachsene zwischen Schule, Ausbildung und Beruf» und das internationale Horizon 2020-Projekt ME-WE) untersuchen nun den kritischen Übergang von der Schule ins Berufsleben. Denn häufige Absenzen, schulische Beeinträchtigungen und Konzentrationsschwäche wegen Schlafmangel können bei Young Carers zu schlechteren Bildungschancen führen.

 

«work & care»: Erwerbstätige Angehörige mit Pflege- und Betreuungsaufgaben

Im Spagat zwischen Job und Angehörigenpflege: Wo finden pflegende Angehörige Entlastung und Unterstützung? Wie können sich Betriebe ein Bild über die nebenberuflichen Belastungen ihrer Mitarbeitenden machen? Neue Wege geht hier das 2018 gestartete Projekt «work & care modular». Es hat zum Ziel, Betrieben die Expertise des elfjährigen Forschungsprogramms von Careum in einem webbasierten Modulbaukasten anzubieten. Fachkundige pflegende Angehörige und ihre Bedeutung für die Qualität der Gesundheitsversorgung stehen im Fokus des Projekts «Double-Duty Caregiving Plus»: Wie beurteilen Gesundheitsbetriebe die Mitwirkung und den Einbezug von Angehörigen bei sicherheitsrelevanten Ereignissen (z. B. wenn diese eine falsche Medikation melden)? Um Hilfe und Pflege von Angehörigen über räumliche Distanzen hinweg geht es im Projekt «Distance Caregiving»: 2018 wurden Interviews mit Angehörigen geführt, in denen Chancen und Herausforderungen von Distance Caregiving im Zentrum standen.

 

«Ageing at home»: Selbstbestimmt und aktiv zu Hause alt werden

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liess die Neuordnung der Pflegefinanzierung evaluieren – Careum war Teil der Arbeitsgemeinschaft. (Der Schlussbericht des Bundesrats Istvon Verbänden und Organisationen kontrovers diskutiert worden.) 2018 starteten unter Mitarbeit des Programms «Ageing at home» drei neue Projekte im internationalen Forschungsnetzwerk «IBH-Living Lab AAL» der Bodenseeregion (12 Hochschulen und 13 Praxispartner): «Technikeinsatz im Quartier», «Home Health Living Lab» und «Barrierefreier Tourismusraum Bodensee». Durch «Active & Assisted Living» (AAL) soll das Altern und Leben im Privathaushalt innovativ und technikunterstützt ermöglicht werden.

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